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Die Kinobranche war lange Zeit zumeist regional
strukturiert. Kinobetreiber sind, wie erwähnt, oft ortsansässig und
–verbunden. Daß diese regionale Konzentration zunehmend aufgebrochen
wurde (und wird) ist zum großen Teil eine Folge der Entwicklung der MPe.
Von den bis Sept. 1997 in NRW gebauten MPe wurde keines von
nordrhein-westfälischen Unternehmen betrieben. Zumindest bis Anfang 1998
war NRW mit 15 MPe (zum Vergleich: Bayern – sechs MPe, Sachsen und
Baden-Württemberg – je fünf MPe) auch bevorzugter Standort der
MP-Betreiber.
”Unternehmerisch werden Multiplexe eine enge Allianz
mit dem Verleih eingehen...”[3]
Einige Multiplexbetreiber sind ”global players”, sie machen weltweit
Geschäfte. Für sie sind nicht national interessante Filme wichtig,
sondern international vermarktbare, die möglichst zeitgleich auf der ganzen
Welt Umsätze einspielen. Da das Filmtheater an sich einen Teil des
Marketings eines Films ausmacht, wird die Zusammenarbeit zwischen Kinobetreiber
und Verleih immer enger. ”Das amerikanische Konzept ist nachzuvollziehen:
Die Produktion eines Filmes und das Marketing eines Filmes sind zwei Seiten
eines Erfolges. Der Erfolg ist dann am wirtschaftlichsten machbar, wenn die
Starttermine der großen amerikanischen Filme weltweit zusammengelegt
werden.”[4] Die Flebbe-Gruppe
hatte eine Zeitlang mit dem Impuls-Verleih einen eigenen
Verleih.
III) Besucher
Der Besucheranteil der MP am Gesamtkinobesuch stieg von
1991 mit 3,2% auf 14,6% im Jahre 1996. Im Zeitraum Januar 1997 bis September
1997 entfielen bereits 21,5% der Kinobesucher auf diese Kinos.
Aussagekräftiger dürften allerdings die Zahlen in
den Multiplexregionen (ein Gebiet mit einem Radius zwischen 20 und 30 km
um das untersuchte MP) sein. Hier stieg beispielsweise der MP-Besucheranteil in
den Regionen der ersten Generation von 34,8% im Jahre 1991 auf 67,6% im Jahre
1996.
Die FFA hat 1997 eine Indexrechnung aufstellen lassen, die
die Besucherzahlen von Umfeldkinos und MPe der ersten vier Generationen
erfaßt. Hier ist festzustellen, daß die Besucherzahlen der
Umfeldkinos zugunsten der MPe vor allem bei den Kinos der ersten Generation
zwischen 1990 und 1996 stark zurückgegangen sind (siehe Grafik
1)[5].
Die Indexberechnungen für die folgenden Generationen
sind aufgrund der hohen zeitlichen Streuung der Eröffnungen der MPe
(zweite Generation) und der kurzen Verlaufszeiten der Entwicklung (dritte und
vierte Generation) nicht so aussagekräftig wie die Darstellung der ersten
Generation. Es läßt sich aber feststellen, daß die MPe der
ersten Generation auch die größten Besucherzuwächse
realisieren.
Grafik
2)[6] zeigt den Anteil der
MP-Besucher an der Gesamtkinobesucherzahl in den einzelnen MP-Regionen in
%.
Zusammengefaßt läßt sich sagen, daß
die MPe im Verlauf starke Besucherzuwächse aufweisen konnten. Die
Besucherentwicklung der Umfeldkinos ist in verschiedenen Ausprägungen
insgesamt rückläufig. Zum Teil kam es zu Schließungen von
Kinosälen die wirtschaftlich nicht mehr überleben
konnten.
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